Mittwoch, 28. Juni 2017

Pünct



Ich könnte es mir für die Einleitung jetzt einfach machen, und schlicht einige Sätze zum GIPF-Projekt schreiben. Aber das wäre ja langweilig. Und außerdem habe ich genau das bereits bei Gipf (hier) und Yinsh (hier) gemacht. Oder ich könnte einfach über den Namen lästern, wie bereits bei Zertz (hier) geschehen. Aber das wäre irgendwie auch langweilig. Also bin ich heute einfach mal ganz kreativ und beende an dieser Stelle schlicht die Einleitung.

OK, ein oder zwei Worte sollte ich zu Pünct (Kris Burm / Huch! & friends) vielleicht noch fallen lassen. Also hier ein oder zwei Worte: Abstrakt, GIPF-Projekt, Seiten verbinden. Pünct.




Das Material
Sind wir von ähnlichen Spielen häufig recht klassisches Material gewohnt (ein langweiliger Plan, runde Steine) überrascht Pünct bereits beim ersten Blick. Denn der Plan ist voller Löcher und die Spielsteine nehmen diverse kreative Formen an. Etwas genauer bedeutet das, dass wir Geraden, Dreiecke und Winkel haben, die sich passgenau auf den Löchern des Plans platzieren lassen. Und genau das sollten wir auch tun. Denn die beiden gegenüberliegenden Seiten des Plans mit einer durchgehenden Reihe unserer Steine zu verbinden, das ist Ziel des ganzen Unterfangens.


Die Taktik
Um das Ziel zu erreichen, dürfen wir jede Runde einen unserer Steine auf den Plan legen oder einen solchen bewegen. Entscheiden wir uns für erstere Option, muss der Stein direkt auf dem Plan platziert werden, wobei einige Felder in der Mitte tabu sind. Bewegen wir dagegen einen Stein, darf dieser auch in die Mitte oder sogar auf andere Steine gelegt werden. Nun kommt auch der namensgebende Pünct zum Einsatz. Denn jeder Spielstein hat ein markiertes Feld, das als Ausgangspunkt für die Bewegung dient. Dieses muss nach der Bewegung eine gerade Linie zum Zielfeld aufweisen, das dabei aber sogar auf einem eigenen Stein liegen darf. Ansonsten darf nach Belieben gedreht werden, was einige spannende Bewegungen ermöglicht. Dass wir damit gegnerische Verbindungen unterbrechen und sogar Steine „fangen“ können versteht sich fast von selbst und ist zumeist unerlässlich, will man als Sieger aus dem Duell hervorgehen.


Fazit
Als Teil des GIPF-Projektes verwundert es nicht, dass auch Pünct einwandfrei funktioniert. Die Regeln sind klar und im Wesentlichen Eingängig, die ersten Partien können schnell starten. Und auch der Spielverlauf bietet einiges an Abwechslung. Ständig muss zwischen dem eigenen Vorankommen und dem Abwehren der gegnerischen Bemühungen gewechselt werden, was eine interessante Dynamik erzeugt. Und obendrein muss auch noch auf mehreren Ebenen gedacht werden. Spielsteine können gedreht werden, eigene Wege überbaut. Überraschungen sind selbst mit etwas Spielerfahrung noch immer an der Tagesordnung, wer seine Ziele verschleiern kann hat üblicherweise einen klaren Vorteil.

Zugleich kann genau das aber auch etwas frustrieren. Denn wenn das Brett erst mal voller Spielsteinen ist, ergeben sich fast unendliche Möglichkeiten. Und auch nur eine davon zu übersehen kann fatal sein. Das fühlt sich mitunter etwas unfair an und verleitet dazu, eben doch noch etwas länger zu überlegen. Gerade gegen Ende kann sich eine Partie dadurch sogar etwas ziehen. Dennoch ist Pünct ein ordentliches Spiel, im Vergleich zu den Highlights des GIPF-Projektes fällt es aber etwas ab.


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