Sonntag, 20. März 2016

Ratinger Spieletage 2016



Wie bereits in den vergangenen Jahren trafen sich auch dieses Jahr wieder Spieler, Autoren und Verlage in Ratingen, um ein ganzes Wochenende zu spielen, an Turnieren und Verlosungen teilzunehmen und sich in gemütlichem Rahmen auszutauschen. Zusammen mit Christoph (Brettspielbox) war auch ich wieder vor Ort, habe diverse Prototypen angespielt, Fotos gemacht und natürlich auch ein wenige im Flohmarkt gestöbert. Wenn ihr selbst nicht die Möglichkeit hattet nach Ratingen zu kommen, findet ihr im Folgenden zumindest eine kurze Zusammenfassung nebst einigen Bildern, die euch einen kleinen Eindruck gewähren sollen. Natürlich handelt es sich bei fast allen Spielen noch um Prototypen. Behaltet also im Hinterkopf, dass sich das Spielmaterial und die Regeln in vielen Fällen noch ändern werden.




La Granja: No Siesta (Andreas Odendahl)


Neben Ratingen gehörte in den vergangenen Jahren stets auch der Spielewahnsinn in Herne zum Frühjahrsprogramm. Vor zwei Jahren war dabei La Granja einer der spannendsten Prototypen. Wer nicht genau weiß wovon ich rede, der sollte dringen HIER vorbeischauen. Allen Anderen sei gesagt, dass der Autor (Andreas Odendahl) auch dieses Jahr in Ratingen wieder einen Prototypen dabei hatte, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Dabei ist No Siesta eigentlich nichts anderes als die Würfelspiel-Umsetzung des Erfolgsspiels, die im Herbst bei Blackfire veröffentlicht wird. Ähnlich wie beim großen Bruder sammeln wir auch in No Siesta Waren, indem wir stets mehrere Würfel werfen und einige davon auswählen. Mit den Waren heimsen wir mehr oder weniger direkt Siegpunkte ein, rekrutieren Helfer und Sonderfähigkeiten oder forcieren schlicht das Spielende. Spannend ist dabei insbesondere, dass das Spielgefühl und die thematische Einbettung erhalten geblieben sind, die Spielzeit dabei aber auf unter einer Stunde gekürzt wurde. Zumindest der erste Eindruck war dabei äußerst positiv.


Schicht im Schacht (Andreas Molter)


Bereits während Ratingen 2015 hatten wir ein sehr unterhaltsames Gespräch mit Andreas Molter, der uns einen Prototypen von Haithabu vorstellte (hier nachzulesen). Ganz so komplex war es dieses Jahr nicht, doch Andreas hatte durchaus wieder ein neues Spiel dabei. Schicht im Schacht ist dabei allerdings eher ein familientaugliches Stichspiel, bei dem wir Zwerge aus einem Schacht befreien müssen. Dazu wandern wir einen Stollen entlang, ein Feld pro Stich. Allerdings dürfen wir jede Runde benennen, dass wir keinen Stich zu machen gedenken. Bei Erfolg bekommen wir ein Gold, mit dem wir den Stollen einreisen können um den Abstand zum Führenden zu verkürzen. Auch Schicht im Schacht hat durchaus Spaß gemacht, einen Verlag oder einen Veröffentlichungstermin gibt es allerdings noch nicht.


West of Africa (Martin Schlegel)


West of Africe führe ich hier eigentlich nur der Vollständigkeit halber auf, da das Spiel von Martin Schlegel (Blackfire) quasi zu Ratingen veröffentlicht wurde und in den kommenden Wochen hoffentlich etwas ausführlicher besprochen wird. Entsprechend haben wir auch auf eine Partie verzichtet und uns nur von Uli Blennemann grob die Regeln erklären lassen. Und mit seiner Mischung aus Mehrheitenwertung, Kartenmanagement und einer gehörigen Portion Interaktion klang das durchaus spannend. Ganz zu schweigen von der sehr ansprechenden Optik und den Zeichnungen von Harald Liske.


Böhmische Dörfer (Reiner Stockhausen)


Noch nicht veröffentlich aber kurz davor steht Böhmische Dörfer von Reiner Stockhausen (dlp), wovon wir ebenfalls eine Partie spielen konnten. Jeden Zug würfeln wir mit vier Würfeln und basteln uns daraus eine oder zwei Kombinationen aus mindestens zwei der Würfel. Damit dürfen wir eigene Figuren auf Stadtgebäuden passender Zahl einsetzen und gegebenenfalls sogar die Mitspieler verdrängen. Je nach Gebäude kassieren wir dabei sofort oder am Spielende Punkte. So werden wir bei der Mühle belohnt sobald alle Mühlen besetzt sind, Kirchen punkten wenn wir auch den Bischof in unserem Besitz haben und Wirtshäuser sobald ausreichend Gebäude in der Nachbarschaft besetzt sind. Spielerisch kommt Böhmische Dörfer damit eher als Leichtgewicht daher, einzig die Vielzahl an Gebäuden sorgt für eine gewisse Komplexität.


Das Orakel von Delphi (Stefan Feld)


Über Das Orakel von Delphi habe ich bereits an anderer Stelle (genau HIER) gesprochen, weshalb ich mir einen umfangreichen Text spare. Nur so viel: Der Prototyp von Stefan Feld wurde an den richtigen Stellen weiterentwickelt, das Spiel fühlt sich inzwischen rund und ausgeglichen an, auch wenn es nach wie vor sehr viel zu tun und im Blick zu behalten gibt. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Veröffentlichung im Herbst dieses Jahres.


Luther – Das Spiel (Martin Schlegel)

Zum Abschluss noch zwei Spiele, von denen es leider noch kein druckreifes Material gibt. Das erste ist Luther – Das Spiel von Martin Schlegel, das zu Essen 2016 von Kosmos veröffentlicht werden soll. Wie der Name schon sagt, ist es thematisch um Martin Luther aufgebaut und kommt entsprechend passend zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags 1517. Spielerisch dürfte sich Luther – Das Spiel eher konventionell ausnehmen, das Laufspiel dient zugleich als Transportmittel für geschichtliche Hintergründe. Die Orte des Spielplans (etwa Wittenberg) sollen ebenso in einen geschichtlichen Kontext eingebettet werden, wie die auftretenden Personen. Kein Wunder also, dass auch eine Kooperation mit der evangelischen Kirche angedacht ist.

Glen More 2 (Matthias Cramer)

Zuletzt führte uns unser Weg noch zu Matthias Cramer, der eine überarbeitete Version von Glen More in Ratingen dabei hatte. Mit Bildern kann ich leider nicht dienen, zumindest einige der angedachten Änderungen waren aber zu erkennen. So verfügen inzwischen nicht nur Sehenswürdigkeiten über Karten und Sonderfunktionen sondern auch Destillen, die nun zur Reifung von Whiskey verwendet werden können. Auch Städte kann man nun errichten, indem man sie über bereits existierende Dörfer legt und dafür eine besondere Karte (je nach Stadt) erhält. Auch die Wertung wurde etwas überarbeitet und wird nun über Personen ausgelöst, die wie andere Plättchen im Rondell ausliegen. Insgesamt wirkt das ganze Werk dadurch etwas komplexer, ohne aber wesentlich komplizierter zu werden. Ich bin gespannt.


Zum Abschluss noch zwei Impressionen vom Flohmarkt und den Hallen.



Wie immer gilt natürlich: Wenn ihr mehr über einzelne Spiele erfahren wollt, nutzt einfach die Kommentarfunktion. Obendrein findet ihr bei der Brettspielbox HIER ebenfalls einen Bericht mit einigen Bildern.

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