Montag, 26. Oktober 2015

T.I.M.E. Stories

„Super Spiel. Muss man haben. Kaufen!“ 
Das Leben als Rezensent ist nicht immer einfach. Manche Rezensionen schreiben sich zwar fast wie von selbst, die Mehrheit benötigt aber durchaus einiges an Gedanken im Vorfeld. Und dann gibt es noch die dritte Kategorie. Spiele bei denen man auch nach vielen Partien noch immer am PC sitzt und denkt „Wie soll ich das jetzt bitte sinnvoll rezensieren?“. T.I.M.E. Stories (Manuel Rozoy / Asmodee) fällt in ebenjene Kategorie. Und das nicht etwa weil das Spiel extrem verwirrend oder übermäßig komplex ist. Nein, das Problem ist einfach, dass T.I.M.E. Stories sehr stark von seiner Geschichte lebt. Und das Beschreiben vieler dieser Elemente kann dem Leser den Spielspaß verleiden. Dem Rat meiner Frau wollte ich dennoch nicht einfach folgen. Denn diese antwortete auf meine Bedenken, ich solle schlicht schreiben: „Super Spiel. Muss man haben. Kaufen!“ 

Auch wenn sie durchaus Recht hat, will ich euch doch zumindest einige weitere Informationen bieten. Um nicht zu spoilern, werde ich allerdings nur auf grundlegende Mechanismen eingehen. Denn die Geschichte von T.I.M.E. Stories sollte Jeder selbst erleben.


 
Die Zeit bekommt Risse
Als Agenten der T.I.M.E Agency ist es unsere Aufgabe, Störungen der Zeitlinie zu beheben. Dazu reisen wir durch die Zeit und schlüpfen am Zielort in passende Wirtskörper um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Problematisch ist dabei der benötigte Energieaufwand, der die verfügbare Zeit pro Reise stark begrenzt. Ist diese abgelaufen, werden wir zurücktransportiert und müssen in einem kommenden Versuch von Vorne beginnen. Diesmal allerdings mit zusätzlichen Informationen und Kenntnissen über den genauen Verlauf und mögliche Fallstricke. Damit beschränkt sich die Dauer eines Durchgangs zwar auf rund 90 Minuten, bis zum Ende werden aber mehrere Partien benötigt.


Ein Diorama voller Hinweise
Wie genau erforschen wir nun aber unseren Zielort? Nun, genau genommen besteht jede Mission aus mehreren Orten die allesamt mittels diverser Karten dargestellt werden. Diese bilden eine Art Diorama und zeigen zumeist an dem Ort ansässige Personen, Gegenstände oder Räumlichkeiten. Um mit diesen zu Interagieren, ziehen wir unseren Wirtskörper schlicht zur gewünschten Karte und können nun einen Blick auf die Rückseite werfen. Dort finden sich zumeist weitere Informationen, es fallen Proben an (etwa zum Öffnen eines Schlosses) oder wir erhalten allerlei Gegenstände. Egal was wir tun, fast alles kostet Zeit. Ob wir eine Probe ablegen, eine weitere Karte betrachten oder einen Gegner bekämpfen wollen… stets müssen wir uns auf der Zeitleiste weiter bewegen. Um Zeit zu sparen, sollten die Ermittler also verschiedene Bereiche untersuchen, dabei aber nicht vergessen, erhaltene Informationen untereinander auszutauschen.

Kommen wir an einem Standort nicht weiter oder wollen einfach mal etwas Anderes sehen, dann verwenden wir einfach etwas Zeit um einen anderen Ort zu besuchen. Schließlich bietet ein neuer Standort (und ein neues Diorama) auch immer neue Ansätze.

Ein neuer Versuch
Egal wie vorsichtig wir vorgehen, irgendwann wird auch dem besten Ermittler die Zeit ausgehen. In diesem Moment endet der Durchlauf und wir reisen zurück in unsere Basis. Nun ist es Zeit, die Fehler zu analysieren, einen Plan für den kommenden Durchgang zu schmieden und eventuell auch einen neuen Wirtskörper (mit anderen Fähigkeiten) zu wählen. Circa 3 bis 5 Durchgänge und 4 bis 6 Stunden Spielzeit verbringen wir auf diesem Wege, bis das beiliegende Rätsel um die Nervenheilanstalt gelöst ist.


Fazit
Eine Rezension nach gerade einmal einer vollständig gespielten Partie? Was ansonsten eigentlich undenkbar ist, lässt sich bei T.I.M.E. Stories kaum vermeiden. Denn wie bereits im Vorfeld erwähnt, lebt das Spiel im Wesentlichen von der Lösung des Rätsels, dem kollektiven Unwissen und dem umgebenden Mysterium. Auch wenn theoretisch nichts gegen eine weitere Partie spricht, dürfte diese kaum einen ähnlichen Spielspaß erzeugen. Und damit sind wir auch schon bei einem der im Vorfeld diskutierten Probleme. Denn der Wiederspielwert eines Szenarios ist doch sehr gering. Und dennoch: T.I.M.E. Stories ist für mich schon mehr ein Ereignis als ein Spiel. T.I.M.E. Stories ist ein Event, das eher mit einem schönen Kinoabend mit Essen und einigen Freunden vergleichbar ist. Die Diskussionen die teilweise noch Tage nach dem Spiel aufkommen, gehören dabei ebenso zu dem Erlebnis dazu, wie das Spiel selbst.

Damit dürfte eigentlich auch schon klar sein, was ich persönlich von T.I.M.E. Stories halte. Das Spiel gehört für mich zu den beeindrucktesten und spannendsten Neuheiten der vergangenen Jahre. Kaum ein Spiel hat mich bislang so gefesselt und emotional gepackt. Ständig gibt es neue Entwicklungen und Überraschungen, viele Wege laden zum Erkunden ein und das ganze Setting strotz vor spannenden Ideen. Und das Beste: Regelmäßige Erweiterungen bieten ständig neue Missionen, wodurch der Wiederspielwert doch wieder deutlich ansteigt.

Also: „Super Spiel. Muss man haben. Kaufen!“


Kommentare:

  1. Ich habe es gestern gekauft, die Anleitung gelesen und bin nun ganz heiß auf das Spiel!

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  2. Da beneide ich dich ja fast. Du hast die Partie noch vor dir :)

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